Der Hut
Zeitung der Pfadfinder Tennengau
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Marokko '01 | Florian Greinecker  

Sonne, Palmen, Dromedare zum insgesamt vierten Mal gab es ein Lager in Marokko. Nach dem Späher/Guides-Sommerlager blieben wir einige von uns gleich in Frankreich und verbrachten ein paar schöne Tage auf dem Festival d´Avignon, bis der Rest unserer Gruppe eingetroffen war. Die Fahrt durch Spanien war lang und eintönig, bis wir in Ceuta zum ersten mal afrikanischen Boden betraten. Nach einer verregneten!!! Nacht durchquerten wir das Rifgebirge und erreichten Fes und Meknes.

In den Souks (Bazaren) der Königstädte überfiel uns der Orient. Die bunten Gewürz und Färberviertel, waren genauso überwältigend wie die geschäftigen Schmiede und Kupfertreiber. In den stinkenden Gerbervierteln und prächtigen Stadthäuser steht die Zeit seit 300 Jahren still. Wir kämpften uns an Eseln vorbei durch enge Gassen, feilschten bei Pfefferminztee um Teppiche und erquickten uns dann an frischgebackenem Fladenbrot. In den Koranschulen begegnete uns die maurische Architektur mit ihren Stuckverzierungen und Zederholzdecken. Zu guter Letzt sahen wir noch, knapp vor dem High Society Skiort Ifrane, eine klassische Fantasia (Reiterfestspiel). Den lustigen Maschinen in denen Unmengen von gefärbten Popcorn produziert wurde, galt jedoch mehr Aufmerksamkeit, als den gallopierenden Reitern die ihre Vorderlader in die Luft abfeuerten.

Nun wollten wir ins Berbergebiet, sie leben mit ihren Schaafherden in einer beindruckenden Landschaft. Auf den roten Hängen des mittleren Atlas findet man die letzten Zederwälder der Erde. In ihnen tummeln sich wilde Berberaffen auf die wir einen kurzen blich erhaschen konnten. Frisch gebadet in den Sources de l´Oum er Rbia ging es in die Wüste. Erst in die Steinwüste in der wir die Geisterstadt Aiouli besuchten (Aiouli war ein ehemaliges Bergbauzentrum das nun vor sich hinrostet) und dann zu den Sanddünen des Erg Chebbi, die wir natürlich bestiegen. Es folgte eine nächtliche "Dromedartour" die wir anderntags fortsetzten. Während unserer Wüstenrundfahrt hatten wir natürlich das "Glück" in einen Regenguss zu kommen und zu sehen wie die Wadis die Strasse überfluten.

Die folgende Etappe war das Djebel Sharo Gebirge und die Dades und Todra Schlucht. Hier war der Allradantrieb unumgänglich. Die staubigen steilen Pisten eröffneten den Schwindelfreien unter uns atemberaubende Ausblicke auf bizarre Felsformationen in einer Mondlandschaft. Nach einem kurzen Reparaturaufenthalt in Boulmane Dades ging es auf die Straße der Kasbahs. Wir testeten (unfreiwillig) die Grenzen des Pinzgauers aus, besuchten das malerische Aid Benhaddou (in dem Gladiator gedreht wurde) und auf den letzten Pistenkilometern nach Telouet brach die Anhängerdeichsel (pfusch in Boulmane). Aber mit Hilfe eines Gurtes!! waren Anhänger und Pinzgauer bald zusammengelatscht und zum Schweißer gebracht.

Der nächste Höhepunkt unserer Reise (im wahrsten Sinn des Wortes) war dann der Djebel Toubkal. Mit 4165 Metern ist er der höchste Schuttkegel Nordafrikas. Wir marschierten zur Neltnerhütte auf 3100 m in der wir, da es regnete, übernachteten. Um 5 Uhr starteten wir dann zum Gipfel, den trotz der dünnen Luft jeder erreichte. Am Abend erholten wir uns dann in Marakech und tranken literweise frischgepressten Orangensaft am Djema el Fna. Der berühmteste Platz Marokkos wimmelt von Märchenerzählern, Schlangenbeschwörehren und Gauklern. Marakech war unser letzter großer Aufenthalt und so erledigte jeder noch seine letzten Einkäufe. Auf der Rückfahrt hielten wir noch kurz in Casablanca (Mosche Hassan II), Rabat (Mausoleum Mohammed V.) und Tanger(Abschlussessen), besuchten Gibraltar und hatten schließlich, 50 km vor Hallein, noch einen Reifenplatzer (am Anhänger) bis wir schließlich müde verdreckt aber glücklich ankamen.

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