Der Hut
Zeitung der Pfadfinder Tennengau
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Ca/Ex Überstellung | Christiane Reinisch  

Die damals noch "Alt Sp/Gu" Genannten wurden am frühen Vormittag des 8. Septembers mit verbundenen Augen in Auto bzw. Kleinbus gesetzt um eine Reise anzutreten, dessen Reiseziel sie noch nicht kannten. Manch ein Neugieriger wagte den Blick unter der Augenbinde hervor, wurde aber, wenn er erwischt wurde, mit Rügen und einer zweiten Augenbinde bestraft. Nach 4-5 Stunden Fahrt ins Ungewisse, durften wir nun endlich die Augenbinde lösen und siehe da: wir standen mitten in einer ITALIENISCHEN Landschaft!! In 3 Gruppen aufgeteilt, mit Karte und WalkyTalky ausgestattet, wurde uns ein Führer zugeteilt, der uns über Funk Orts-Anweisungen übermittelte.

Bei manch einem Ort fanden wir etwas essbares wie z.B. eine auf einen Baum hängende Ananas oder eine vergrabene Kokosnuss. Auch mit alttraditionellen pfadfinderischen Steckerlbrot wurde unser Magen ein wenig gefüllt. Grausig war allerdings die Erfahrung mit dem Früchtekompott, denn darin hat sich ein Kuhauge verirrt, das erst nachdem jemand aus dem Glas getrunken hatte, gefunden wurde. In der Hoffnung das es doch nur ein Scherz-Artikel ist, wurde es dann seziert, dies bewies aber eindeutig das es sich um ein echtes Kuhauge handelte. Nach diesem Anblick half nicht einmal mehr der schöne Nacht-Ausblick auf den Gardasee. Da uns die Führer versicherten das sich bei jeder Gruppe im Glas ein Kuhauge befand, wurde einer bestimmten Gruppe ganz schön schlecht, denn sie haben kein Kuhauge gefunden, also hat wohl irgendeiner von ihnen das Kuhauge mit einer Frucht verwechselt...mhm...Mahlzeit...

Nach dieser ca. 9-stündigen Wanderung waren wir sichtlich froh das wir unseren Schlafplatz erreicht hatten. Wir entzündeten uns in Abwesenheit der Führer noch ein kleines Lagerfeuer und schliefen dann tief und fest...

Doch kaum ist man drin im Schlafsack muss man auch schon wieder raus und wir wurden zum Kuchen-Frühstück (mittlerweile auch schon eine Art Tradition) gerufen. In Neopren-Anzügen und mit aufgesetzten Helmen machten wir uns auf den Weg in eine Schlucht (noch immer in Italien). Halb erfroren (für italienische Verhältnisse), mit neuen Erfahrungen bestückt und als CA/EX verließen wir das Ende der Schlucht wieder. Mit Grillwürsteln und Lagerfeuer fand die Überstellung dann einen schönen Ausklang und es lag nur mehr die Heimfahrt vor uns.